Industrie 4.0 - Teil II - Realität oder Vision?

Big Data und Complex Event Processing

Ohne Big Data und Cloud Computing sind das "Internet der Dinge" und Industrie 4.0 nicht zu haben. Die dafür erforderliche Kommunikation erfolgt immer stärker in der Cloud, die es ermöglicht, immense Datenmengen ohne räumliche und zeitliche Grenzen auszutauschen. Eine besondere Rolle kommt im Zuge dieser Entwicklung dem sogenannten Complex Event Processing zu.

Dabei handelt es um die Gesamtheit von Methoden und Technologien, die es erlauben, eine Vielzahl von Sensorsignalen in sinnvolle Zusammenhänge zu stellen und daraus weiterführende Informationen - beispielsweise für Fehleranalysen - zu gewinnen. Entsprechende Systeme ermöglichen bereits heute die Echtzeitüberwachung der Produktion sowie die Entwicklung von komplexen hochskalierbarenServiceplattformen, die es erlauben, über digitale Schnittstellen andere Systeme inklusive eines individualisierten Kundenservice einzubinden.

Industrie 4.0 in Deutschland - Realität oder Vision?

Industrie 4.0 ist in Deutschland heute ein Innovationsbereich, an dem bereits viele Unternehmen und Forschungseinrichtungen Anteil haben. Zu ihnen gehören Großkonzerne, aber auch Nischenproduzenten, die mit ihren Produkten und Technologien jedoch oft einen globalen Spitzenplatz besetzen. Trotzdem stehen sowohl die Entwicklung des "Internets der Dinge" als auch seine Relevanz für die Industrie bisher noch ganz am Anfang.

Eine Umfrage des DigitalverbandesBitkom aus dem Jahr 2015 förderte zutage, dass Industrie 4.0 nur für rund die Hälfte der großen Firmen und 43 Prozent der mittelständischen Unternehmen ein aktuelles Thema ist. Allerdings sind sich Experten branchenübergreifend darüber einig, dass der Übergang zur Industrie 4.0 einer der entscheidenden Faktoren für die künftige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist.

Das "Internet der Dinge" und die Arbeitswelt

Die Produktionsmaschinen der neuen Generation erledigen viele Aufgaben vorerst noch zusammen mit Monteuren. Perspektivisch werden aus der Industrie 4.0 jedoch auch gravierende Veränderungen des Arbeitsmarktes resultieren. Dabei geht es nicht nur um immer wieder prognostizierte Jobverluste, sondern auch um die Schaffung neuer Stellen.
Eine Studie der Boston Consulting Group kommt zum Ergebnis, dass durch die Etablierung der Industrie 4.0 in Deutschland in den kommenden zehn Jahren etwa 390.000 neue Industriearbeitsplätze entstehen könnten, die jedoch deutlich IT-lastiger sein werden als bisher.

Zwar wird es auch in Zukunft in den Fabriken noch Techniker, Facharbeiter und auch Fließbandmitarbeiter geben - die Gewinner auf dem Arbeitsmarkt der Industrie 4.0 werden jedoch vor allem Ingenieure und IT-Experten sein. Sie sind diejenigen, die in der Lage sind, die Komplexität der Produktionsanlagen zu verstehen, zu beherrschen und weiterzuentwickeln. Dabei arbeiten sie in noch stärkerem Maße als bisher an den Schnittstellen von Hardware und IT.

Industrie 4.0 - Teil I


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