Luna-27 – Russland und Europa planen gemeinsame Raumsonde zum Mond

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos und die europäische Weltraumorganisation ESA (European Space Agency) planen eine gemeinsame Raumsonde zum Mond für 2020. In der gemeinsamen Mission, die den Namen Luna-27 trägt, soll eine unbemannte Raumsonde zu der südlichen Halbkugel des Mondes geschickt werden, um nach Eiswasser und anderen chemischen Stoffen zu suchen. Das Hauptziel soll die Vorbereitung eines bemannten Fluges sein sowie die Untersuchung, ob der Aufbau und Betrieb einer internationalen Mondbasis möglich ist.

Die südliche Halbkugel des Mondes ist die der Erde abgewandt Seite und gilt bisher als unerforscht. Ihre Oberfläche weist sowohl Bereiche auf, die vom Sonnenlicht bestrahlt werden und somit für die Stromversorgung genutzt werden könnten, als auch solche, die von der Sonne kaum beschienen werden und auf denen Wassereis vermutet wird. Sowohl das Wassereis als auch andere chemische Substanzen, die auf der Südhalbkugel erwartet werden, sind vermutlich von einem externen Himmelskörper durch Einschlag auf den Mond gelangt.

Tatsächlich ist die südliche Region des Erdtrabanten durch Einschläge von vielen Kratern übersät. Der größte Einschlagkrater ist das Südpol-Aitken-Becken, mit einem Durchmesser von 2240 km und einer Tiefe von 13 km.
Die in der Region vermuteten Materialien könnten für den Aufbau und den Betrieb einer Mondstation verwendet werden. Laut BBC soll mit Luna-27 geprüft werden, ob Wasser und Rohstoffe vorhanden sind, um Brennstoff und Sauerstoffe erzeugen zu können.

Russland hat bereits in den 60er und 70er Jahren in den Missionen des Luna-Programms sehr gute wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen gesammelt, die bis heute geachtet sind. Nun sollen die Mondmissionen fortgesetzt werden. So will Roskosmos mit Luna-25 und Luna-27 die Mondlandung vollführen und mit Luna-26 die Umkreisung des Mondes. 

Bei der Mission Luna-27 soll sich auch ESA als „Juniorpartner“ beteiligen. So will ESA für die gemeinsame Mission das Landungssystem „Pilot“ liefern, das mit hochentwickelten Kameras und einer Laserführung ausgestattet ist, um beim Anflug einen optimalen Landeplatz zu erkunden. Weiter soll ein leistungsstarker Bohrer bereitgestellt werden, mit dem man zwei Meter tief in die sehr harte und starre Oberfläche bohren kann, um Proben zu entnehmen sowie das Mini-Labor ProSPA, mit dem Proben direkt untersucht werden können.

Die Zusammenarbeit zwischen Roskosmos und ESA ist bereits seit Jahren eng. An dem neuen, gemeinsamen Projekt, arbeiten die Wissenschaftler und Ingenieure bereits, die endgültige Teilnahme der ESA an der Luna-27-Mission soll aber erst Ende 2016 ratifiziert werden.

Laut Roskosmos ist auf dem Mond nicht nur der Aufbau einer Trainings- und Forschungsbasis denkbar, sondern auch eine Startstation für den Flug zu anderen Planeten.


 

Photo: ESA

Ingenieur-ID.de

 

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