Ingenieure entwickeln Unterwasserroboter zum Schutz des Weltnaturerbes vor der Nordseeküste Australiens

Das Große Barriereriff vor der Nordseeküste Australiens gehört seit 1981 zum Weltnaturerbe. Durch ein massenhaftes Auftreten sogenannter Dornenkronenseesterne wird das Naturerbe jedoch stark bedroht. Denn diese Seesternenart ernährt sich von Steinkorallen und trägt so durch Ihre Vielzahl zum Absterben der Korallenriffe bei. Um den Schaden zu minimieren, spritzen im Auftrag der australischen Regierung Taucher im Kontrollgang Gift in den Arm der Seesterne.
Dank zweiter Ingenieure könnten nun den Kampf mit der Plage Roboter übernehmen und so effektiver das Barriereriff vor Zerstörung schützen.

Die Ingenieure Matthew Dunbabin und Feras Dayoub von der Queensland University of Technology entwickelten den weltweit ersten Roboter, den sogenannten COTSbot (Crown-of-thorns-Starfish-Roboter), der zum Schutz des Großen Barriereriffs eingesetzt werden kann.

Ausgestattet ist der COTSbot mit Stereokameras zur Identifizierung der Zielobjekte, GPS zur Positionsbestimmung, fünf Triebwerken zur Gewährleistung der Stabilität, Sensoren, hunderten Dosen tödlichen Gifts  und einem Injektionsarm, der die giftige Mischung den Dornenkronenseesternen verabreicht. Pro Gang kann der COTSbot bis zu acht Stunden unter Wasser bleiben, dabei 200 Injektionen verabreichen und ist resistenter gegenüber dem Wetter und äußeren Risiken als der Mensch. 

Durch eine entwickelte Software, die aufgenommene Bilder des COTSbot mit Dornenkronenseesternen auswertet und abgleicht, erkennt der Roboter die Zielobjekte und verabreicht die tödliche Giftdosis. Bei Unstimmigkeiten wird zunächst die Bilddatei an die Basisstation geschickt und die Entscheidung dem Menschen überlassen, ob der Roboter dem unerkannten Objekt eine Giftdosis verabreichen soll oder nicht.
Bisher konnte sich der COTSbot in Tests gut beweisen und soll voraussichtlich im Dezember 2015 an den Dornenkronenseesternen eingesetzt werden.

Die in tropischen Zonen des pazifischen Ozeans verbreiteten Dornenkronenseesterne treten in regelmäßigen Abständen in Massen auf und lösen die Steinkorallen durch Freisetzung von Verdauungssäften auf. Unter normalen Bedingungen sind Steinkorallen in der Lage sich wieder zu regenerieren. Doch durch die verkürzten Abstände zwischen den einzelnen Invasionen in den letzten Jahren versagen die Regenerationsfähigkeiten und der Eingriff von außen ist erforderlich, um das Große Barriereriff vor dem Absterben zu retten. Schätzungsweise ist durch Invasion der Dornenkronenseesterne das Große Barriereriff seit den 1980er Jahren um 40 % zurückgegangen.

 

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