Wahl zwischen Fachkompetenz und Management

Warum gerade für Ingenieure Weiterbildung so wichtig ist

Vor allem Ingenieure sind gefordert, sich stets weiterzubilden. Denn nur so gelingt es ihnen, dem technischen Fortschritt und den damit wachsenden Anforderungen zu folgen und sich innerhalb des Betriebes ein zweites Standbein zu schaffen. Dieses kann dabei entweder im Bereich der Geschäftsführung bzw. des Managements sein oder aber auch auf fachlicher Ebene als Spezialist und Experte. Weiterbildungsmaßnahmen wie beispielsweise Seminare können die Karriere deutlich ankurbeln, müssen aber auch gut geplant sein.

Vor allem eine Weiterbildungsmöglichkeit im aktuellen Berufsfeld ist für Ingenieure oft eine passende und attraktive Alternative im Vergleich zum Management, wo man auch mit Personal und Personalentscheidungen konfrontiert wird. Diese Arbeit ist für Techniker in den meisten Fällen unliebsam und vollkommenes Neuland. Die fachspezifische Weiterbildung durch Seminare hingegen bietet die Möglichkeit, seinem bisher erlernten und geliebten Aufgabengebiet erhalten zu bleiben.

Welche Perspektiven sich durch Weiterbildung eröffnen können

Mit den richtigen Maßnahmen steht einer Karriere nichts im Wege. Ingenieure, die sich für diesen Schritt entscheiden, können auf zweierlei Ebenen beruflich weiterkommen.

In der Regel bieten Weiterbildungen die Möglichkeit, sich fachlich zu entwickeln und somit zu einem echten Experten auf dem jeweiligen Fachgebiet zu werden, oder eine Laufbahn mit Führungsfunktionen beispielsweise im Management einzuschlagen. Beide Varianten bieten interessante Ansatzpunkte und Aufgabenfelder. Für welche man sich jedoch letztendlich entscheidet, hängt auch immer von den persönlichen Eigenschaften und Interessen eines jeden einzelnen ab.

Ingenieure müssen also selbst die Entscheidung treffen, für welche Laufbahn sie sich als eher geeignet sehen. Während die Fachlaufbahn eher das technische Verständnis der Ingenieure fordert, kommt es gerade im administrativen Bereich darauf an, dass man gewisse Eigenschaften erfüllen sollte. Hierbei handelt es sich um die sogenannten Soft Skills. Diese - früher auch als soziale Kompetenz bezeichnet - sind für Aufgaben, bei denen man mit Menschen und auch Personalentscheidungen zu tun hat, von immenser Bedeutung und werden durch Seminare vermittelt.

Personelle oder fachliche Verantwortung - Wo gibt es Unterschiede

Gerade bei der Frage, welche Karriere man einschlagen soll, ist es wichtig, schon im Vorfeld die Unterschiede zwischen den beiden Laufbahnen zu kennen.

Die Weiterbildung im fachlichen Bereich bedeutet, dass man eher für das Produkt oder die Projekte Verantwortung übernimmt. Dies beinhaltet alle technischen Fragen. Man ist seinem Ingenieursberuf treu geblieben und hat jetzt die Verantwortung für das Projekt und ist nicht mehr nur Teilnehmer.

Die personelle Verantwortung hingegen wiegt schwerer, da man hier sowohl für die Mitarbeiter und deren Probleme ein offenes Ohr haben muss, auf der anderen Seite aber auch in erster Linie die Interessen des Unternehmens vertreten und durchsetzen muss, so dass gerade hier auch viele unbequeme Entscheidungen getroffen werden müssen. Mit dem eigentlichen Beruf des Ingenieurs hat dieser Bereich nichts mehr gemeinsam. In diesem Bereich sind dann z.B. Schlüsselqualifikationen und Kompetenzen in Personalführung, Kommunikation, Zeitmanagement oder Konfliktlösung gefragt, aber auch betriebswirtschaftliches Wissen.

Es stellt sich also von Vornherein die Frage, ob man ein Experte auf seinem Gebiet durch Weiterbildung wird und so weiter der Techniker bleibt, oder ob man seine Karriere in Leitungs- und Führungspositionen machen möchte.

Egal für welche Karriere man sich nun entscheidet, finanzielle Nachteile hat man nicht zu fürchten. Zwar war es in der Vergangenheit so, dass die Gehälter von Personen mit Personalverantwortung höher waren, aber mittlerweile sind die Expertengehälter ohne Personalverantwortung dem Mangergehalt angepasst worden, denn vor allem das Expertenwissen wird immer mehr gefragt.

Verschiedene Formen der Weiterbildung

Ingenieure haben zur Weiterbildung viele verschiedene Möglichkeiten offen. So können sie sich durch selbstständiges Literaturstudium, berufsbegleitende Studiengänge, Coaching oder durch Teilnahme an Seminaren, Lehrgängen und Schulungen fortbilden. Welche Form der Weiterbildung die optimalste und welcher Bildungsträger der passende ist, ist abhängig von dem zeitlichen und finanziellen Budget, das man bereits ist, zu investieren.

Für welche Art man sich entscheidet, hängt auch davon ab, wie das Unternehmen dieses Streben nach der Karriere des Ingenieurs betrachtet sowie von der jeweiligen privaten und familiären Situation. Die Weiterbildung kann dabei fachspezifisch auf technischer Ebene erfolgen oder für einen geplanten Wechsel in das Management ist auch die Förderung der bereits erwähnten Soft Skills durch Seminare möglich.

Seminare und sonstige Möglichkeiten der Weiterbildung für Ingenieure werden in der Regel vom Arbeitgeber übernommen, wenn diese ein Interesse hat, seine Mitarbeiter zu fördern oder seinen Bedarf und seine Vorteile hierin sieht. Ansonsten stellt sich die Frage, ob man die Finanzierung selber übernimmt. Die Kosten hierfür können auf jeden Fall steuerlich geltend gemacht werden.

Sollte man die Finanzierung selber übernehmen und die Maßnahmen für die Karriere liegen außerhalb der Arbeitszeit und gefährden nicht die Interessen des Unternehmens, so muss man seinem Arbeitgeber dies nicht mitteilen. In manchen Fällen kann dies aber ratsam sein. Ob und wann der Arbeitgeber in Kenntnis gesetzt wird, ist abhängig von der Gesamtsituation und sollte in jedem Fall gut abgewogen werden.

Richtige Planung der Weiterbildungsmaßnahmen

In jedem Fall sind Weiterbildungsmaßnahmen gut zu planen. Es sind im Vorfeld Fragen zu klären wie: Was wird durch die Weiterbildung angestrebt? Welche Perspektiven sollen sich dadurch eröffnen? Ist das Ziel klar vor Augen, ist abzuwägen, welche Qualifikationen wirklich erforderlich sind.

Sollen Ingenieure auf eine höhere Position vorbereitet werden, erfolgt die Abstimmung der erforderlichen Vorbereitungs- und Weiterbildungsmaßnahmen meist in Absprache mit Vorgesetzten und der Personalabteilung.

Wenn fachliche Fähigkeiten erweitert und gestärkt werden sollen, um aktuelle Herausforderungen im Job besser meistern zu können, muss die Weiterbildung auch an die jeweilige Spezifizierung anknüpfen. Auch hier lohnt es sich Anregungen von Vorgesetzten und Kollegen zu holen.

Ist hingegen eine fachliche Umorientierung erwünscht, können Auswertungen aktueller Stellenanzeigen und eine Analyse des aktuellen Arbeitsmarktes helfen, die erforderlichen und sinnvollen Qualifikationen und Weiterbildungsmaßnahmen auszusuchen. Ebenso können in Bewerbungsgesprächen die gefragten Qualifikationen angesprochen und konkretisiert werden. Weiterbildungen, die auch international einen Bezug herstellen, können sicherlich auch von Vorteil sein.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert die Weiterbildungsmaßnahmen an die bisherigen fachlichen und persönlichen Qualifikationen anknüpfen zu lassen und in Hinsicht auf die gesetzten Karriereziele und die damit gestellten Anforderungen auszusuchen. Auf diese Art bleibt der rote Faden der Ingenieurlaufbahn erhalten. Eine sprunghafte Anhäufung verschiedener Qualifikationen bringt Ingenieure in ihrer Laufbahn nicht weiter und ist zudem, auch zeitlich und finanziell gesehen, ein teures Vergnügen.

Ingenieur-ID.de

Bild:© Rido – Fotolia.com

Dieser Beitrag könnte für Sie auch interessant sein:

Ingenieure in Führungspositionen - Sind Ingenieure die besseren Manager?

Zurück zur Übersicht