Was Sie beim Bewerbungsschreiben unbedingt beachten müssen

Bewerbung: Anschreiben, Lebenslauf, Anhang ...

Das E-Mail-Postfach des Personalentscheiders füllt sich wöchentlich mit neuen Bewerbungseingängen und auf seinem Tisch türmen sich Berge an Bewerbungsunterlagen. Wie kann man sich als Kandidat positiv von seinen Mitstreitern abgrenzen, um in die nähere Auswahl zu kommen? Ingenieur-ID.de gibt Tipps für Jungakademiker in ihrer ersten Bewerbungsphase und zeigt auf, welche Fehler unbedingt zu vermeiden sind.

Muss ein Personalentscheider einen Berg an Bewerbungseingängen durchsehen, sind die Auswahlkriterien klar und streng. Jeder Fehler oder negativer Aspekt in der Bewerbung kann dazu führen in den Stapel der Abgelehnten aussortiert zu werden. Umso wichtiger ist es seine Bewerbung sorgfältig vorzubereiten, um in die nächste Bewerbungsphase zu kommen.

Das Anschreiben – individuell, nur nicht Standard!

Das Anschreiben einer Bewerbung ist das erste, was der Personalentscheider sorgsam und mit kritischem Blick sichtet und damit auch der erste Eindruck, den er von der Bewerbung gewinnt. Schon hier wird die erste Einschätzung darüber getroffen wie geeignet der Kandidat für die beworbene Stelle ist. Für eine gelungene Bewerbung muss mittels weniger Sätze volle Überzeugungskraft geleistet werden. Fehler und Patzer sind auf jeden Fall zu vermeiden.

Verfassen Sie daher ihr Bewerbungsschreiben für jedes Unternehmen individuell und passen Sie dieses an die Stellenausschreibung, auf die Sie sich bewerben, genau an. Zeigen Sie dem Personalentscheider, dass Sie besonders an diesem Unternehmen Interesse haben und warum Sie für diese Stelle geeignet sind. Versuchen Sie dabei Standardfloskeln unbedingt zu vermeiden und formulieren Sie etwas eigenes. Machen Sie dem Personaler deutlich, dass Ihr Profil optimal die Anforderungen der Stelle erfüllt. Je mehr Sie sich vorher mit dem Unternehmen und der Stelle auseinandergesetzt haben, auch kritisch, umso leichter sollte Ihnen dieser Part fallen.

Schildern Sie Ihre Gehaltsvorstellungen im Anschreiben nur dann, wenn dies in der Stellenausschreibung direkt gefordert wird. Ansonsten ist es ein Thema für ein persönliches Gespräch.

Vermeiden Sie die Ansprache mit „Sehr geehrte Damen und Herren“, sondern sprechen Sie direkt eine Person an. Sofern keine als Ansprechpartner im Internetauftritt des Unternehmens oder der Stellenausschreibung genannt wird, dann scheuen Sie sich nicht im Unternehmen anzurufen. Fragen Sie nach der zuständigen Person, an die Sie Ihre Bewerbung direkt adressieren können. Das wird den Personalentscheider direkt ansprechen und zeigen, dass Sie sich gut vorbereitet haben. Schießen Sie sich aber nicht direkt ins Abseits mit einem falsch geschriebenen Namen oder falscher Adressierung.

Gehen Sie auf Nummer sicher und geben Sie vor dem Abschicken Ihre Bewerbung jemanden zu lesen, der fähig ist, Ihnen konstruktive Kritik zu geben.

Der Lebenslauf – die längste Visitenkarte!

Der Hauptaugenmerk Ihres Lebenslaufes wird Ihr Bewerbungsfoto sein. Hier ist es wichtig ein professionelles Bewerbungsbild von sich anfertigen zu lassen. Unabhängig von Ihrem Bildungsweg, ist Ihr Bewerbungsfoto der erste äußerliche Eindruck, den Sie beim Personalentscheider hinterlassen.

Den Äußerlichkeiten folgt aber schon bald der tiefere Blick – besonders Ihr Lebenslauf wird vom Personalentscheider lange und ausführlich studiert. Die einzelnen Stationen Ihres Bildungsweges werden nachvollzogen und zu einem Gesamtbild gefügt.

Bauen Sie Ihren Lebenslauf übersichtlich und zeitlich gegliedert auf. Die aktuellsten Stationen zuerst. Versuchen Sie zeitliche Lücken zu vermeiden. Ist es nicht möglich, dann erklären Sie diese kurz und seien gefasst, im Bewerbungsgespräch darauf angesprochen zu werden. Lücken von wenigen Monaten können Sie aber getrost unkommentiert lassen. Erwähnen Sie bei Praktika auch Ihre ausgeübten Tätigkeiten, Ihnen anvertraute Aufgaben und die Abteilung.

Ob Hobbys und damit Angaben zur Freizeit, in ein Lebenslauf gehören, ist eher ein strittiges als klares Thema. Berufserfahrene können darauf verzichten und eher auf ihre Erfahrungen und fachliche Kompetenzen eingehen. Berufseinsteiger jedoch, die noch wenig aufzuzählen haben, können durchaus auch ihre Hobbys erwähnen. Überlegen Sie aber vorher gut, welcher Hobby sinnvoll zu erwähnen ist und auf welche Angaben Sie lieber verzichten sollten. Denken Sie auch daran, dass es auch ein mögliches Thema im Vorstellungsgespräch werden kann. In jedem Fall sollten Sie es aber vermeiden, Hobbys zu erfinden.

Auch bei Angaben zum Familienstand ist eher Vorsicht geboten. Besonders Frauen sollten grundsätzlich auf diese Angabe im Lebenslauf lieber verzichten.

Angehängte Dokumente - Belege für den Lebenslauf

Die Ihrer Bewerbung angehängten Dokumente stellen die Belege für Ihren Lebenslauf und Ihre Qualifikationen dar. Wenn Sie Berufseinsteiger sind, ist es sinnvoll dem Bachelor-/Master- oder Diplomzeugnis auch den (Fach)hochschulzeugnis Ihrer Bewerbung anzuhängen. Akademiker mit Berufserfahrung können darauf verzichten und stattdessen ein Arbeitszeugnis beifügen. Hängen Sie Sprachzertifikate Ihrer Bewerbung nur dann an, wenn diese allgemein anerkannt sind. Seien Sie auch bei der Einschätzung Ihrer Sprachkenntnisse unbedingt ehrlich, der Personalentscheider könnte im Bewerbungsgespräch Ihre Fremdsprachkenntnisse auf die Probe stellen.

Wenn Sie Ihre Bewerbungsunterlagen elektronisch abschicken, dann hängen Sie Ihre Bewerbung, Lebenslauf, Zeugnisse und Zertifikate als ein einzelnes PDF-Dokument an. So machen Sie es dem Personaler einfach, denn er muss nicht jedes Dokument einzeln herunterladen und aufmachen, um es einzusehen oder auszudrucken. Bei Bewerbungen auf postalischem Weg, können Bewerbungsmappen verwendet werden. Hier gilt es ebenfalls, dem Personaler bei der Sichtung Ihrer Unterlagen so einfach wie möglich zu machen. Verwenden Sie qualitatives Papier und eine hochwertige Bewerbungsmappe. Heften Sie Ihren Lebenslauf, Zeugnisse und Zertifikate in die Mappe ein, das Bewerbungsschreiben fügen Sie bei.

Versenden Sie die Bewerbungsmappe und das Anschreiben in einem möglichst kartonierten Umschlag, damit auch alles in dem gewünschten Zustand beim Personalentscheider ankommt.

Zusage oder Absage? - Das Warten beginnt

Ist die Bewerbung erst mal abgeschickt, beginnt das Hoffen und Bangen. Stellen Sie sich auf eine Wartezeit von bis zu zwei Wochen ein. Sollten Sie nach dieser Zeit keine Rückmeldung erhalten, ist ein Anruf und kurze Nachfrage erlaubt. Mit dem Anruf signalisieren Sie gleichzeitig Initiative und Interesse und Sie rufen sich dem Personalentscheider in Erinnerung. Seien Sie bei dem Anruf unbedingt freundlich und bloß nicht aufdringlich. Fragen Sie auch vorher nach, ob der Ansprechpartner für das Gespräch mit Ihnen Zeit hat.

Ingenieur-ID.de

Bild: © contrastwerkstatt - Fotolia.com


Zurück zur Übersicht