Versicherungsschutz für Berufseinsteiger

Welche Versicherungen Berufseinsteiger wirklich brauchen
Die Zeit, in der man über die Eltern mitversichert ist, hört mit dem Berufseinstieg auf. Mit dem Start in das Berufsleben und dem ersten festen Einkommen ist es Zeit sich Gedanken über Versicherungsabschlüsse und den für sich optimalen Schutz zu machen.

Doch welche Versicherungspolicen sind für Berufseinsteiger unbedingt erforderlich? Welche eher optional oder sogar überflüssig? Ingenieur-ID.de stellt die wichtigsten Versicherungen für Berufseinsteiger vor und benennt was bei Abschlüssen zu beachten gibt.

Versicherungen müssen vor allem eins: dem Versicherten den optimalen Schutz gegen wahrscheinliche, existenzbedrohende Risiken bieten und nicht durch hohe oder sogar überflüssige Beiträge finanziell belasten. Daher ist Abwägen und Vergleichen wichtig. Für Berufseinsteiger ohne Familie sind vor allem die Kranken-, Haftpflicht- und die Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig.

Krankenversicherung – Es führt kein Weg vorbei!

An der Krankenversicherung führt kein Weg vorbei, denn sie ist gesetzlich vorgeschrieben und gehört damit zu einer Pflichtversicherung. Die Krankenversicherung zahlt die Behandlungskosten beim Arzt und sichert damit im Krankheitsfall die Deckung der Gesundheitskosten.

Generell unterscheidet man zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung, bei der man entweder pflichtversichert oder freiwillig versichert ist und der privaten Krankenversicherung. In der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind alle, die ein monatliches Einkommen haben, das zwischen 450 Euro und der so genannten Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze wird jedes Jahr neu angepasst und liegt aktuell (2013) bei 4.462,50 Euro (monatlich) bzw. 53.550 Euro (jährlich). Das heißt: ein Arbeitnehmer, dessen Jahresbruttoeinkommen im Jahr 2013 die Höhe von 53.550 Euro übersteigt, ist in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr pflichtversichert, sondern hat die Wahl ab 2014 in die private Krankenversicherung zu wechseln oder aber weiterhin, freiwillig, bei der Gesetzlichen versichert zu bleiben.

Für Berufseinsteiger ist der Beitritt in die gesetzliche Krankenversicherung zu empfehlen. Erst wenn im Laufe der Jahre das Bruttoeinkommen steigt und mindestens die Jahresarbeitsentgeltgrenze erreicht wird, kann zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung gewählt werden.

Die Beiträge der privaten Krankenversicherung orientieren sich am Alter und Risiko des Versicherten. Damit scheint es für junge Versicherte besonders attraktiv zu sein. Doch der Eindruck währt nicht lange, denn die Beiträge bei der privaten Krankenversicherung steigen jährlich. Außerdem lassen sich Lebenspartner oder Kinder nicht wie bei der gesetzlichen Krankenversicherung beitragsfrei mitversichern, sondern nur gegen einen Zusatzbeitrag. So kann man mit den Jahren finanziell ins Stolpern kommen. Der Weg aus der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung ist aber nur unter bestimmten Bedingungen möglich.
Daher sollte der Beitritt in die private Krankenversicherung immer gut durchdacht sein und nur in dem Fall vollzogen werden, wenn man sich sicher ist, die Beiträge auch langfristig leisten zu können. Die private Krankenversicherung empfiehlt sich grundsätzlich vor allem Beamten, da sie in Form von Sondertarifen zahlreiche Vorteile genießen dürfen.

Die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung orientieren sich an dem Bruttoeinkommen des Versicherten. Zur freien Auswahl stehen mehrere Krankenkassen, die sich nicht durch Höhe ihrer Beitragskosten unterscheiden, wohl aber durch die angebotenen Zusatzleistungen. Der Vergleich einzelner gesetzlicher Krankenkassen kann sich daher durchaus lohnen.

Unsere Empfehlungen:

  • Wir empfehlen allen Berufseinsteigern den Abschluss der Krankenversicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse.
  • Vergleichen Sie Zusatzleistungen einzelner Krankenkassen.

  • Möchten Sie das Leistungsspektrum Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung aufstocken, kann sich der Abschluss einer privaten Zusatzversicherung lohnen.


Berufsunfähigkeitversicherung – Hilfe im schlimmsten Fall!

Wird man infolge eines Unfalls oder einer physischen oder psychischen Krankheit frühzeitig berufsunfähig, ist schnell die eigene Existenz bedroht. Kann man aus gesundheitlichen Gründen nicht nur seinen eigenen, sondern auch einen noch so leicht auszuübenden Beruf nicht mehr ausüben, wird es bedrohlich.

Die Erwerbsminderungsrente, die man in diesem Fall bekommen würde, ist nur ein kleiner Trost. Denn sie wird gewiss nicht ausreichen, um den Lebensstandard aufrechterhalten oder im schlimmsten Fall die nötigsten Kosten decken zu können. Die Höhe einer monatlichen vollen Erwerbsminderungsrente beträgt in der Regel nur etwa ein Drittel des monatlichen Bruttoeinkommens vor der Berufsunfähigkeit.

Die Gefahr einer Berufsunfähigkeit ist daher eine ernstzunehmende Bedrohung, die vor allem von jungen Berufseinsteigern oft vernachlässigt oder unterschätzt wird.

Um eine derartige Existenzbedrohung zu verhindern, lohnt sich der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese sichert im Fall der Berufsunfähigkeit den Versicherten mit einer monatlichen Rente, deren Höhe, von den zuvor gezahlten Versicherungsbeiträgen abhängt. So können mit ihr zumindest die nötigsten Kosten abgedeckt werden.

Unsere Empfehlungen:

  • Wenn Sie sich für eine Berufsunfähigkeitsversicherung entscheiden, dann zögern Sie nicht lange. Je früher Sie diese abschließen, umso günstiger können Beiträge ausfallen.

  • Beantworten Sie alle Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand und Ihren Vorerkrankungen richtig und vollständig, sonst droht im Ernstfall der Ausfall und die Versicherung zahlt nicht.

  • Achten Sie genau auf die Bedingungen, denen Sie im Vertrag zustimmen.

    • Beachten Sie auch, dass ein guter Versicherungsschutz unter anderem dann vorliegt, wenn auch im Fall einer nicht hundertprozentigen Berufsunfähigkeit gezahlt wird.

    • Die Dauer der Versicherung sollte bis zum gesetzlichen Rentenalter sein.

    • Die Versicherung sollte, wenn möglich, Krankheiten nicht ausschließen. Sind Ausschlüsse dennoch unvermeidbar, sollten Sie gut abwägen, ob sich der Abschluss überhaupt lohnt.

  • Sind aufgrund eines erhöhten Berufsunfähigkeitsrisikos die Versicherungsbeiträge untragbar hoch, besteht die Möglichkeit zum Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Die Bedingungen dieser Versicherung sind zwar schlechter, dafür aber die Versicherungsbeiträge geringer. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt erst bei einer hundert prozentigen Berufsunfähigkeit.

Private Haftpflichtversicherung – Ein Muss!

Die Private Haftpflichtversicherung springt ein, wenn ein Versicherter einem anderen Menschen sachliche oder körperliche Schäden selbstverschuldet oder unabsichtlich zufügt und so Schadenersatzansprüche entstehen. Der Versicherer prüft in diesem Fall, ob die Ansprüche überhaupt berechtigt sind und kommt im Ernstfall für den Schaden auf.

Zwar gehört die private Haftpflichtversicherung nicht wie die Kfz-Haftpflicht zu einer Pflichtversicherung, ist aber unbedingt empfehlenswert.

Die Beiträge sind relativ gering. Ein guter Versicherungsschutz ist schon für einen Jahresbeitrag von unter 100 Euro zu finden.

Unsere Empfehlungen:

  • Achten Sie darauf, dass die Versicherungssumme in Ihrem Vertrag mindestens drei, besser fünf Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden umfasst.

  • Es empfiehlt sich die jährliche Zahlung der Beiträge, da bei einer monatlichen Zahlung oft ein Aufpreis anfällt.

Welche Versicherungen für den Einzelnen empfehlenswert sind und welche eher überflüssig, hängt immer von der persönlichen Lebenslage und dem Sicherheitsbedürfnis des Einzelnen ab und sollte daher stets individuell betrachtet werden. Egal für welche Versicherungen Sie sich im Ergebnis entscheiden werden, holen Sie sich mehrere Angebote ein und vergleichen Sie diese.

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