Die Vor- und Nachteile von Traineeprogrammen

Traineeprogramm oder Direkteinstieg

Frisch gebackene Absolventen stellen sich oft die Frage, ob sie als Berufseinstieg das Traineeprogramm oder doch lieber den klassischen Direkteinstieg wählen. Beide Einstiegsarten unterscheiden sich nicht nur im Gehalt, sondern oft auch in den persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten und beruflichen Perspektiven. Eine sorgfältige Abwägung der Pro und Contra und die richtige Auswahl des Berufseinstiegs kann schließlich die Weichen für die zukünftige Karriere stellen.
Ingenieur-ID.de gibt eine kleine Entscheidungshilfe und stellt im Folgenden die Glanz- und Schattenseiten von Traineeprogrammen zusammen.

Entscheiden sich Absolventen für einen Direkteinstieg, so sind sie von Beginn an ein produktiver Teil des Tagesgeschäfts im Unternehmen. Nach einer Einarbeitungsphase übernehmen die Direkteinsteiger selbständige und verantwortungsvolle Tätigkeiten und werden dafür mit entsprechend höherem Gehalt entlohnt.

Im Vergleich zum Direkteinstieg ist das Traineeprogramm eine etwas weichere Einstiegsart in das Berufsleben. Hier werden die Teilnehmer, sog. Trainees in Form eines 6-, 9-, 12-, 18- oder 24-monatigen Förderprogramms für das Berufsleben und Managementpositionen gewappnet.

Die Unterschiede in den einzelnen Programmen können von Unternehmen zu Unternehmen enorm sein. Anwärter sollten sich daher gut informieren, welcher Ablauf, Zeitrahmen und welche Betreuung sie erwartet. Wie fair das Programm ist und welches Gehalt und welche Perspektiven geboten werden, sollte unbedingt im Vorfeld geklärt und für sich persönlich abgewogen werden.

So soll ein Traineeprogramm im Idealfall sein

Ein gutes Traineeprogramm sollte klar strukturiert und abgestimmt sein. Im Programmverlauf sollten Trainees in den Genuss vielfältiger Einsatzmöglichkeiten kommen und das Unternehmen abteilungsübergreifend kennenlernen. Die so erworbenen, internen Unternehmenseinblicke und gesammelten Praxiserfahrungen werden um Weiterbildungskurse, Seminare, Messebesuche und eine individuelle und persönliche Betreuung ergänzt.

Der Zeitrahmen eines seriöses Traineeprogramms liegt meisten zwischen 12 und 24 Monaten. Innerhalb dieser Zeit durchlaufen die Trainees in der Regel etwa 5 verschiedene Abteilungen und erarbeiten dabei auch oft nebenbei Ihr eigenes Projekt. Faires Gehalt und realistische Perspektiven runden ein hochwertiges Gesamtpaket ab.

Vorteile vom Traineeprogramm

  • Ein explizit für das Traineeprogramm geschulter Mentor begleitet und betreut die Trainees.

  • Da das Unternehmen die neu erworbenen Nachwuchskräfte in Zukunft im Unternehmen optimal einsetzen möchte, werden die Programme meist individuell ausgerichtet und so die Stärken der Trainees gefördert.

  • Innerhalb der mehr-monatlichen Förderungsphase werden die Schnittstellen des Unternehmens kennengelernt und die Unternehmenskultur verinnerlicht.

  • Durch Einsätze in verschiedenen Abteilungen erfahren Trainees eine inhaltliche Vielfalt.

  • Innerhalb weniger Monate lernen Trainees viele Entscheidungsträger, Vorgesetzte und Unternehmensmitarbeiter kennen und können so schon frühzeitig ein förderliches Kontaktnetzwerk knüpfen.

Nachteile vom Traineeprogramm

  • Meistens müssen sich Trainees im Vergleich zu Direkteinsteigern mit einem etwas geringeren Gehalt zufrieden geben. Die Gehälter für Traineestellen können je nach Unternehmen und der Unternehmensgröße weit auseinander liegen. 

  • Der Verlauf und der Ausgang eines Traineeprogramms hängt auch vom Verhältnis zum Mentor ab. Persönliche Diskrepanzen oder Antipathie kann das Programm und die Aussichten für den Trainee erschweren.

  • Alle die Beständigkeit suchen, werden als Trainees nicht fündig: die Verweildauer innerhalb einer Abteilung beträgt meistens nur wenige Monate.

  • Die kurze Verweildauer innerhalb einer Abteilung verhindert eine intensive Spezialisierung und Qualifikation. Im Vergleich zu Trainees sind Direkteinsteiger höher fachlich qualifiziert, jedoch nur innerhalb der Abteilung, in der sie beschäftigt sind.

  • Die Hürde für die Aufnahme in ein Traineeprogramm ist meistens hoch, oft in Form eines Assessment Centers.

Für alle Absolventen, die bisher unschlüssig über ihren konkreten Einsatz oder Spezialisierung sind, bieten sich Traineeprogramme an, um in den verschiedenen Bereichen eines Unternehmens mitzuwirken und für sich herauszufinden, was einem am Besten liegt und für den Beruf vorbereitet.

Sowohl beim Direkteinstieg als auch beim Traineeprogramm zählen aber im Endeffekt die beruflichen Leistungen und das Engagement. Ein Traineeprogramm kann die Karriere zwar fördern, ein Garant hierfür ist es jedoch noch lange nicht.

Ingenieur-ID.de

Bild: © goodluz - Fotolia.com

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