Vorbereitung und Regeln für das Vorstellungsgespräch

Vorbereitung, Anstandsregeln, Verhalten

Ob ein Kandidat die bestmögliche Besetzung für eine freie Stelle ist, lässt sich längst nicht nur an seinen fachlichen Qualifikationen und seinem Bildungsweg ausmachen. Das Menschliche und die soziale Kompetenz ist ebenso wichtig, und diese wird der Personalreferent im gekonnt geführten persönlichen Vorstellungsgespräch beurteilen und prüfen.

Personaler und Bewerber treten persönlich in Kontakt und lernen sich von Angesicht zu Angesicht kennen. Richtiges Verhalten, passende Kleidung und gute Vorbereitung ist hier besonders wichtig. Um nicht ins Fettnäpfchen zu treten, müssen Bewerber einige Grundsätze gut kennen und beachten. Lesen Sie hier die wichtigsten Regeln aus dem Verhaltenskodex der Vorstellungsgespräche.

Recherche, Recherche, Recherche …

Um überzeugend und selbstbewusst im Verlauf des Gesprächs zu wirken, ist eine gute Vorbereitung durch vorherige Recherche unabwendbar. Informieren Sie sich gut und ausreichend über das Unternehmen. Am besten eignet sich hierfür der Webauftritt und die angelegten Profile des Unternehmens, aber auch herausgebrachte Pressemitteilungen und Ähnliches. Lesen Sie über die Unternehmensgeschichte und merken Sie sich Namen von wichtigen Akteuren und Repräsentanten des Unternehmens.

Der Personalreferent wird Ihr Lebenslauf vor sich liegen haben und vermutlich wollen, einige Stationen oder Qualifikationen mit Ihnen gemeinsam abzugleichen oder mehr über bestimmte Punkte aus Ihrem Lebenslauf zu erfahren. Daher sollten Sie die Gliederung und die von Ihnen im Lebenslauf gelegten Schwerpunkte gut in Erinnerung haben, um nicht im Laufe des Gesprächs den Leitfaden zu verlieren.

Denken Sie daran, dass ein Vorstellungsgespräch nicht nur dazu dienen soll, den Arbeitgeber von sich selbst zu überzeugen. Es soll auch Ihnen die Gelegenheit bieten, Ihrem potentiellen Arbeitgeber auf den Zahn zu füllen. Durch geschickt formulierte Fragen kann der Bewerber im Gespräch mehr über das Unternehmen, die ausgeschriebene Stelle und die Arbeitsatmosphäre, die ihn möglicherweise erwarten, erfahren. Um solche Fragen gut vorzubereiten, ist es wichtig sich schon vorab konkrete Gedanken und Vorstellungen darüber zu machen, was einen im Falle der Zusage im Unternehmen erwarten könnte.

Beschäftigen Sie sich mit Fragen wie:

  • Welche Aufgaben werden mir anvertraut?

  • Welche Herausforderungen werde ich zu lösen haben?

  • Welches Gehalt erwarte ich mindestens?

  • Wie wird mein Arbeitstagesablauf in diesem Betrieb aussehen?

  • Welche Arbeitsatmosphäre wünsche ich mir?

  • Wo möchte ich in einigen Jahren im Unternehmen stehen?

Je mehr Sie sich Gedanken über die ausgeschrieben Stelle und das Unternehmen machen, um so genauer kristallisieren sich Fragen, die Sie gerne stellen würden.

Verhandlung über das Gehalt

Spätestens vor dem Vorstellungsgespräch müssen Sie sich ausführlich Gedanken über Ihre Gehaltsvorstellungen machen. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie direkt danach gefragt werden. Auf diese Frage sollten Sie eine konkrete Antwort parat haben. Vor allem Berufseinsteiger verlangen oft weniger, als das Unternehmen bereit ist, ihnen zu zahlen.

Recherchieren Sie vorher und erkundigen Sie sich, welche Tarife üblich sind und welches Gehalt realistisch ist. Setzen Sie für sich als Untergrenze den Jahresgehalt, den Sie mindestens erwarten und als Obergrenze Ihr Wunschjahresgehalt.

Da ein Vorstellungsgespräch auch eine Verhandlung ist, die gewöhnlich mit einem Kompromiss beendet wird, sollten Sie Ihre Gehaltsvorstellungen höher als die üblichen Tarife setzen. Sammeln Sie aber auch Argumente dafür, warum Sie dieses Geld wert sind.

Kleiderordnung im Vorstellungsgespräch

Besonders im Vorstellungsgespräch ist die Wahl Ihrer Kleidung wichtig. Ihr Auftreten, Ihre äußere Erscheinung und Ihre Kleidung wird genau unter die Lupe genommen. Ein Grund zur Aufregung ist es aber nicht, denn es gibt einige grundsätzliche Punkte, die Sie bei der Auswahl Ihrer Kleidung zu beachten haben.

Ob es zum persönlichen Vorstellungsgespräch unbedingt ein Anzug mit Krawatte sein muss oder doch lässig eine Jeans mit feinem Hemd, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Unangenehm wird es aber, wenn Sie als Bewerber im Vorstellungsgespräch im Vergleich zu Ihrem Gegenüber nicht angemessen genug gekleidet sind. Der Personaler könnte das als mangelndes Interesse und Wertschätzung deuten.

Etwas Recherche kann Ihnen helfen, den im Unternehmen typischen Dresscode einzuschätzen. Schauen Sie auf der Internetseite des Unternehmens nach möglichen Bildern von Mitarbeitern und Messeauftritten mit Repräsentanten des Unternehmens. Solche Bilder könnten Ihnen helfen, einschätzen zu können, wie der Personalreferent Sie empfangen könnte oder wie die typische Kleiderordnung im Unternehmen ist. Nehmen Sie solche Bilder als Orientierungshilfe, aber beachten Sie einige grundsätzliche Punkte bei Ihrer Kleiderwahl.

  • Kombinieren Sie miteinander nicht mehr als zwei Farben und zwei Muster im Gesamtoutfit.

  • Verwenden Sie möglichst keine Signalfarben.

  • Seien Sie vorsichtig bei der Auswahl von Accessoires.

Typischerweise empfiehlt sich bei Männern ein dunkler Anzug in dunkelblau oder dunkelgrau mit einem hellen Hemd. Eine Krawatte ist nicht unbedingt ein Muss. Entscheiden Sie sich aber dennoch für eine, so seien bei der Auswahl bescheiden mit der Farbenvielfalt.

Bei Frauen eignet sich sowohl ein Rock- oder Hosenanzug als auch ein Kleid. Die Länge des Kleides und Rockes muss mindestens bis zum Knie gehen. Zeigen Sie kein nacktes Bein und keine nackten Schultern. Accessoires sind natürlich erlaubt, aber auch hier ist eher Vorsicht und Sorgfalt bei der Kombination geboten.

Egal für welches Outfit Sie sich im Endeffekt entscheiden werden, wichtig ist, dass Sie sich wohlfühlen und in Ihrem Auftreten sicher sind.

Körpersprache und Verhalten im Vorstellungsgespräch

Der Personalreferent ist nicht nur in der Gesprächsführung erfahren und geübt, sondern auch in der Deutung der Körpersprache und des Verhaltens. Überzeugen Sie mit einem selbstbewussten und freundlichen Auftreten. Eine gute Vorbereitung, etwas Übung und die Beachtung folgender Regeln und Gepflogenheiten helfen Ihnen hier weiter:

  • Wenn Sie zum ersten Mal dem Personaler entgegentreten, so begrüßen Sie Ihn und stellen Sie sich mit Vor- und Nachnamen vor.

  • Strecken Sie nicht als erster die Hand entgegen, sondern warten Sie bis der Vorgesetzte es tut.

  • Auch Ihr Händedruck kann bewertet werden. Der Händedruck sollte nicht zu fest und auf keinen Fall zu schlapp sein!

  • Reichen Sie Ihrem Gegenüber die Hand nicht über Stühle oder Tische hinweg, sondern wenn Sie direkt vor ihm stehen.

  • Nehmen Sie erst Platz, wenn der Personalreferent es Ihnen anbietet, sofern Sie zu Beginn auf ihn warten müssen, dann warten Sie zunächst und begrüßen Sie ihn stehend.

  • Seien Sie während des gesamten Gesprächs, auch bei unerwarteten Fragen, höflich und vergessen Sie nicht trotz der Anspannung und Aufregung, zu lächeln.

  • Achten Sie auf eine aufrechte Haltung.

  • Halten Sie mit Ihrem Gegenüber Augenkontakt, während er zu Ihnen spricht oder Ihnen zuhört.

  • Achten Sie darauf, dass Sie beim Sitzen Ihrem Gegenüber zugewandt und aufrecht sitzen. Leichtes Vorbeugen nach vorne signalisiert zusätzlich Interesse und Aufmerksamkeit

Zu spät zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen, kann auch Schiffbruch bedeuten. In diesem Fall kann der Kandidat gleich zu Beginn als unseriös und unverlässlich eingeschätzt werden. Eine gute Organisation und Planung im Vorfeld ist daher wichtig. Planen Sie etwas Zeitpuffer mit ein, melden Sie sich aber im Unternehmen nicht viel zu früh an.

Wenn die Aufregung zu groß ist

Ist die Aufregung groß und scheinbar unkontrolliert, dann sprechen Sie diese selbst gleich zu Beginn des Gesprächs an. Erklären Sie wie wichtig Ihnen dieses Gespräch und die ausgeschriebene Stelle ist. Das könnte Ihnen helfen ein wenig die Aufregung zu nehmen und lockert den Einstieg in das Gespräch.

Im Laufe des Gesprächs können Sie sich ein wenig Zeit und Verschnaufpause durch ein Schluck Wasser verschaffen. Sollte Ihnen daher zu Beginn des Gesprächs etwas angeboten werden, dann lehnen Sie es nicht ab. Achten Sie auf eine gleichmäßige Atmung und ruhige Stimme.

Das beste Rezept gegen Aufregung ist immer noch eine gute und gewissenhafte Vorbereitung. Solange die Aufregung nicht Sie, sondern Sie die Aufregung kontrollieren, können Sie immer noch Bestleistungen liefern.

Denken Sie auch daran, dass der Personalentscheider etwas Nervosität von seinen Kandidaten erwartet, denn sie zeigt ihm, wie hoch der Kandidat das bevorstehende Gespräch und die Stelle für sich selbst einschätzt.

Lesen Sie außerdem „Typische Fragen im Vorstellungsgespräch“.

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