Nikola Tesla

"Die Gegenwart gehört Ihnen, doch die Zukunft, für die ich gearbeitet habe, gehört mir." Nikola Tesla



Zu den wohl bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts gehört zweifelsohne der Physiker, Erfinder und Elektroingenieur Nikola Tesla.
Mit seinen Erfindungen legte er den Grundstein für die moderne industrielle Gesellschaft. Vor allem im Bereich der Elektrotechnik und der Kommunikation hat Tesla mit seinen Forschungen und Ergebnissen die Welt bereichert.


Er war es nämlich, der den Wechselstrom entdeckte und damit Thomas Alva Edison, der den Gleichstrom favorisierte, in den Schatten stellte. Tesla war es, der die Grundzüge des Radios erfand, nicht Guglielmo Marconi. Und er war es auch, der feststellte, dass feste Körper mittels Energie durchstrahlt werden können - ein Jahr, bevor Wilhelm Conrad Röntgen zum Namensgeber der Röntgenstrahlen gekürt wurde. Seine Errungenschaften waren sogar so bedeutsam, dass eine physikalische Einheit nach ihm benannt wurde: das Tesla, die Einheit der magnetischen Flussdichte T.

Teslas Begeisterung für elektrische Energie

Nikolas Tesla, am 10. Juli 1856 als viertes von fünf Kindern im kroatischen Smiljan geboren, entdeckte schon früh seine Liebe zur elektrischen Energie, mit der er sich sein Leben lang beschäftigen sollte. Nach seinem Studium an der Technischen Hochschule in Graz, an der Universität in Prag und in Budapest war er zunächst als Chefingenieur einer neu gegründeten Telefongesellschaft in Budapest tätig.

Ein genialer Geistesblitz, den er zu jener Zeit bei einem Spaziergang hatte, offenbarte ihm die Realisierung des Wechselstroms. Mit dieser wichtigen Erkenntnis ging er 1882 nach Paris, in der Hoffnung, seine Vision in die Wirklichkeit umzusetzen.

Begegnung mit Thomas Alva Edison

In Paris arbeitete Tesla für die "Continental Edison Company", einem europäische Ableger des Unternehmens von Thomas Alva Edison. Während dieser Zeit gelang es ihm, einen Motor mittels Wechselstrom rotieren zu lassen. Auf Anraten seines damaligen Mentors Charles Batchellor, der ein guter Freund von Thomas Edison war, reiste Tesla nach Amerika, um dort mit Thomas Edison zu arbeiten.

Die zwei hätten unterschiedlicher nicht sein können, weshalb ihre Zusammenarbeit von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Edison hatte bei seiner Forschung stets den finanziellen Aspekt im Sinn, wohingegen Tesla viele seiner Erfindungen erst gar nicht patentieren ließ, weil er sie der Menschheit zugänglich machen wollte, statt Profit daraus zu schlagen. Das Bündnis wurde letztendlich dadurch zerrüttet, dass Edison dem Gleichstrom und Tesla dem Wechselstrom anhing.

Tesla als Unternehmer 

Nachdem Tesla seine Anstellung bei Edison kündigte, gründete er sein eigenes Unternehmen, die "Tesla Electric Light Company". Innerhalb kürzester Zeit patentierte er eine Bogenlampe, die anderen Lampen sowohl sicherheitstechnisch als auch wirtschaftlich weit überlegen war. Diese neuartige Lampe diente in vielen Städten als Straßenbeleuchtung.

In Alfred S. Brown fand er schließlich einen begeisterten Anhänger seiner Idee vom Wechselstrom und gründete 1887 gemeinsam mit ihm die "Tesla Electric Company". Ausgestattet mit einer halben Million Dollar Forschungsgeldern, machte sich Tesla daran, seine Vision zu realisieren und der Menschheit den Wechselstrom zugänglich zu machen. Nach nur einigen Monaten meldete er verschiedenste Patente zu Dreh- und Wechselstrom an.

Teslas Durchbruch und der Stromkrieg 

Bereits durch den Erfolg seiner Patentanmeldungen rückte Nikola Tesla in den Mittelpunkt in der Welt der Wissenschaft und Forschung, sein endgültiger Durchbruch gelang ihm 1888 mit seinem Vortrag am amerikanischen Institut für Elektroingenieure. Der Vortrag "Ein neues System von Wechselstrommotoren und Transformatoren" erregte großes Aufsehen.

So wurde auch der Wirtschaftsmagnat George Westinghouse auf Tesla aufmerksam, der in dessen Wechselsystem einen weltweiten Erfolg witterte. Schon lange war er auf der Suche nach einem System, mit dem sich Strom ohne große Verluste über weite Distanzen erzeugen und übertragen ließ. Hierfür kam nur der Wechselstrom in Frage - Tesla war also genau sein Mann.

Westinghouse und Tesla schlossen einen Vertrag, wonach Tesla für seine Wechselstrompatente 60 000 Dollar und weitere 2,5 Dollar für jede verkaufte Pferdestärke Elektrizität erhielt. Im Gegenzug gingen die Wechselstrompatente an Westinghouse über, was ihm später einen unerbittlichen Stromkrieg mit Edison bescherte.

Forschungsprojekte und Entdeckungen

Tesla wandte sich anschließend wieder seinen weiteren Forschungsprojekten zu und meldete ein Patent für eine Hochfrequenzmaschine an, die er für weitere Experimente nutzte. Seine 1893 veröffentliche Schrift zu den Grundprinzipien der Radiotechnik war die Grundlage für die Erfindung des Radios. Nur zwei Jahre später entwickelte er die berühmte Teslaspule.

In weiteren Versuchen entdeckte Nikola Tesla die Brisanz von X-Strahlen (den heutigen Röntgenstrahlen) und konstruierte Geräte zur drahtlosen Übertragung. 1897 gelang ihm erstmals eine Drahtlosübertragung über eine Distanz von 40 Kilometern, im Jahr 1900 waren es bereits 1 000 Kilometer. Außerdem war er mit seinen Erfindungen in der Lage, bis zu 20 Millionen Volt Spannung zu erzeugen.

Nikola Tesla starb am 07. Januar 1943 in New York, im Alter von 86 Jahren. Wie der damalige Bürgermeister von New York, Fiorello LaGuardia in seiner Lobrede formulierte, starb Nikola Tesla in Armut, „aber er war einer der nützlichsten und erfolgreichsten Menschen, die jemals gelebt haben. Seine Errungenschaften waren groß und sie werden größer, solange die Zeit fortschreitet“.


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