Ferdinand Porsche

„Ich konnte den Sportwagen meiner Träume nicht finden, also habe ich ihn selbst gebaut.“ Ferdinand Porsche





Nicht viele Namen werden heute mit so viel Luxus und Sportlichkeit assoziiert wie dieser: Porsche - Weltmarke und Premiumhersteller nobler Karossen.

Ingenieur-ID.de blickt zurück in die Geschichte und reflektiert den Mann, der die Grundsteine für das Unternehmen Porsche legte und dessen Familienname zu einem der angesehensten Automobilmarken weltweit wurde: Um wohl „den Sportwagen [seiner] Träume“ zu bauen, entwickelte Ferdinand Porsche sein Leben lang Motoren und Automobile und wurde damit zum Pionier der Automobiltechnik.

Ferdinand Porsche wurde am 3. September des Jahres 1875 in Böhmen, der heutigen Tschechischen Republik, geboren. Nach dem Besuch der Volksschule begann er eine Ausbildung im väterlichen Installateurbetrieb, in dem er schon früh sein technisches Talent ausleben konnte. Sein Wissen erweiterte Porsche durch den Besuch von Vorlesungen an der heutigen Technischen Universität Wien, war aber nie offiziell an einer Universität eingeschrieben.

Obwohl ihm eine höhere schulische Ausbildung verwehrt blieb, wurde er zweimal in seinem Leben mit der Doktorwürde ehrenhalber ausgezeichnet: die Technische Universität Wien verlieh ihm den Ehrendoktor und die Hochschule Stuttgart den Dr.-Ing- ehrenhalber.

Porsches Radnabenmotor

Nach seiner Ausbildung begann Ferdinand Porsche seinen Berufsweg in einer Elektrizitäts-AG, in der er zum Leiter der Prüfabteilung wurde. Während dieser Beschäftigungsphase konstruierte er einen Elektromotor, der direkt am Rad des Fahrzeugs montiert wird, den sog. Radnabenelektromotor und meldete auf diesen 1896 ein Patent an. Schon drei Jahre später setzte er diesen Motor in seinem ersten Fahrzeug, dem Lohner-Porsche, ein.

Kennzeichnend für den Radnabenmotor ist sein hoher Wirkungsgrad. Da der Motor direkt am Rad sitzt, wird der Drehmoment mit minimalen mechanischen Verlusten an das Rad übertragen.

Zwar konnte sich Porsches Radnabenmotor gegenüber dem Verbrennungsmotor in der praktischen Alttauglichkeit nicht durchsetzen, dennoch erreichte dieser außerirdische Dimensionen: Das erste Mondauto, das Lunar Roving Vehicle, wurde mit vier Radnabenmotoren ausgestattet und bewies sich 1971 bei der ersten Fahrt auf dem Mond erfolgreich im Einsatz.

Lohner Porsche

Bereits mit 25 Jahren sorgte der junge Porsche zusammen mit Ludwig Lohner mit der Konstruktion eines Elektroautos, dem Lohner Porsche, für Aufsehen und Staunen. Das Elektromobil wurde im Jahr 1900 auf der Pariser Weltausstellung vorgestellt und durch eigens konzipierte Radnabenmotoren angetrieben.

Der Lohner Porsche war ein Zweisitzer und konnte eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 50 km/h erreichen. Die beiden mit dem Antriebsmotor ausgestatteten Vorderräder hatten zusammen ein Gewicht von etwa 230 Kilogramm, hinzu kam eine etwa 410 Kilogramm schwere Bleibatterie, die für eine Reichweite von 50 km ausreichte.

Die hohen Entwicklungskosten hatten einen hohen Kaufpreis zur Folge und waren demnach nur gutsituierten Kunden zugänglich. Im Vergleich zu anderen Automobilen dieser Zeit, zeichnete sich der Lohner Porsche aber durch seine einfachere Handhabung aus.

Ferdinand Porsche und Ludwig Lohner bauten zusammen weitere Automobile mit einem Benzin-Elektroantrieb. Nach einiger Zeit trennten sich die Wege der beiden und Ludwig Lohner verkaufte seine Patente an die Austro-Daimler, einer österreichischen Tochter der deutschen Daimler-Motoren-Gesellschaft, zu der später auch Ferdinand Porsche wechselte.

Austro-Daimler

Ab 1906 beschäftigte sich Ferdinand Porsche bei Austro-Daimler mit der Entwicklungen von Flugmotoren, Sportwagen und Personenfahrzeugen. Hier konstruierte er seinen ersten Flugmotor für Luftschiffe und Flugzeuge.

Zur Zeit des Ersten Weltkrieges arbeitete er als Direktor eines Rüstungsbetriebes. Für seine Verdienste dieser Zeit um Österreich wurde er 1917 mit dem Ehrendoktor der heutigen Technischen Universität Wien und mit dem Offizierskreuz des Kaiserlich-Österreichischen Franz-Joseph-Ordens ausgezeichnet. 

Im selben Jahr wurde er wieder zu Austro-Daimler berufen, diesmal als Generaldirektor. Nun konstruierte er hier den zweisitzigen Sportwagen Sascha, der in seiner Klasse gleich eines der damals beliebtesten Straßenrennen, die Targa Florio in Sizilien, gewann.

Doch weil dem Unternehmen die Kosten für seine Entwicklungsarbeiten zu teuer wurden und das zur Verfügung gestellte Budget gekürzt wurde, verließ schließlich Ferdinand Porsche 1923 das Unternehmen.

Daimler-Motoren-Gesellschaft

Die nächste Station in Porsches beruflicher Laufbahn begann bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft, ab 1923 als Leiter des Konstruktionsbüros und Vorstandsmitglied. Hier beschäftigte er sich mit der Entwicklung von Kompressormotoren. Er vermehrte sein technisches Know-how und leitete Entwicklungsgruppen. Das Ergebnis dieser Arbeiten war die Entwicklung der Sportwagen des Mercedes-Benz Typ S, TypSS und Typ SSK.

1926 fusionierte die Daimler-Motoren-Gesellschaft mit der Benz & Cie zur Daimler-Benz AG, dem Vorgänger der heutigen Daimler AG. Mit der Fusion verlor Ferdinand Porsche an Einfluss im Unternehmen.

1928 musste er gegen seinen Willen das Unternehmen verlassen, da sein Arbeitsvertrag nicht mehr verlängert wurde. Infolge kam es zu einer juristischen Auseinandersetzung zwischen Ferdinand Porsche und der Daimler-Benz-AG, die 1930 mit einem Vergleich beendet wurde.

Der Vater des VW-Käfers

1931 wagte Porsche schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete das Ingenieurbüro Dr. Ing. h.c. F. Porsche GmbH, das sich auf die Konstruktion von Motoren und Fahrzeugen spezialisierte.

Der heutige Verband der Automobilindustrie (VDA), (früher Reichsverband der Automobilindustrie) beauftragte Porsches Büro mit der Konstruktion und Entwicklung eines deutschen Volkswagens. Aus diesem Auftrag entstand der VW Typ I, besser bekannt als der VW-Käfer.

Die Schattenseiten von Ferdiand Porsches Leben

Als Konstrukteur und Entwickler erntete Ferdinand Porsche berufliche Erfolge und Anerkennung, war aber als Mensch eher umstritten. Verstrickungen und Verbindungen mit dem NS-Regime sowie die Zwangsarbeit und Ausbeute von KZ-Häftlingen in seinen Produktionswerken überschatteten seinen Lebenslauf.

1945 wurde Ferdinand Porsche, zusammen mit seinem Sohn Ferry Porsche und seinem Schwiegersohn, Anton Piëch, von den französischen Besatzern festgenommen. Während seiner fast zwei-jährigen Inhaftierung in französischen Gefängnissen, beschäftigte sich ein französisches Gericht mit seiner Mitschuld. Im Jahr 1947 kam Porsche nach Zahlung einer Kaution frei und erreichte 1948 einen Freispruch. Seine Position und Stellung dieser Zeit wird bis heute unterschiedlich kritisch bewertet.

Das Unternehmen Porsche

Nach seiner Freilassung unterstützte der damals 72-jährige Porsche seinen Sohn Ferry Porsche bei der Entwicklung und Konstruktion neuer Autos. Ferry Porsche übernahm die Leitung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche und verhalf der Marke mit neuen Konstruktionen und Automobilen zu ihrem Weltruhm.

Ferdinand Porsche verstarb am 30. Januar 1951 mit 75 Jahren in Stuttgart. Sein 1931 gegründetes Unternehmen zählt heute zu einem der exklusivsten Automobilhersteller der Welt.

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