Gottlieb Daimler

"Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten - allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren." Gottlieb Wilhelm Daimler


Gottlieb Wilhelm Daimler wurde am 17. März 1834 in Schorndorf geboren. Daimler wurde Ingenieur, Erfinder und einer der bedeutendsten Figuren der historischen Automobilindustrie. Zusammen mit Wilhelm Maybach, der ihm in lebenslanger Freundschaft verbunden war, entwickelte und optimierte er Motoren und rüstete die verschiedensten Transportmitteln damit aus.


Daimler: vom Büchsenmacher zum Maschinenbauer

Gottlieb Daimler schloss die Realschule ab und absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Büchsenmacher. Nach einigen Jahren Berufserfahrung als Arbeiter im Maschinenbauunternehmen, beschloss er sein Wissen auf diesem Gebiet zu vertiefen und begann ein Maschinenbaustudium an der Polytechnischen Schule in Stuttgart.

Nach Abschluss seines Studiums, nahm Daimler eine Tätigkeit als Konstrukteur in einer Metallwarenfabrik auf. Bereits nach wenigen Jahren übernahm er leitende Positionen und lernte auch Wilhelm Maybach kennen, der ihm im Verlauf seines späteren Lebens stets ein treuer Begleiter und Kompagnon war.

Deutz AG

1872 begann Daimler eine Anstellung bei der Gasmotorenfabrik Deutz AG, ein von Carl Eugen Langen und Nicolaus August Otto gegründetes Unternehmen, das heute zu den ältesten Motorenwerken zählt. Auch Wilhelm Maybach bekam hier eine Anstellung. Unter Daimlers Leitung machte Maybach einen von Nicolaus Otto entwickelten Viertaktmotor serienreif.

Infolge eines zwischen Daimler und Nicolaus Otto ausgetragenen Streites, verließ Daimler jedoch die Gasmotorenfabrik, Wilhelm Maybach folgte ihm.

Daimler und Maybach: Früchte der Zusammenarbeit

1882 gründete Daimler selbst eine Werkstatt, in der er zusammen mit Maybach arbeitete. Das Ziel der Beiden war es, effektive und kleine Motoren zu entwickeln, die in den verschiedensten Transportmitteln eingesetzt werden sollten. So konstruierten sie 1883 einen Verbrennungsmotor, der mit Benzin betrieben wurde und in Konkurrenz zum Otto-Motor stand.

Vereint in der schöpferischen Kraft und dem Erfindungsgeist, führte die Zusammenarbeit von Daimler und Maybach zu einer Reihe von Erfindungen und Patenten.

1885 ließ Daimler den in Zusammenarbeit mit Maybach entwickelten Daimler Reitwagen patentieren, das bis dahin erste Motorrad mit Benzinmotor. So entstand auch durch den Einbau des Ottomotors in ein Boot das erste Motorboot.

Im selben Jahr, in dem der Erfinder des Automobils, Carl Benz, den Menschen zum ersten Mal seinen Dreirad präsentierte, den Benz Patent-Motorwagen Nummer 1, baute Daimler 1886 den in seiner Werkstatt entwickelten Motor in eine Kutsche ein. Das Ergebnis war der erste Kraftwagen auf vier Rädern.

1887 baute Daimler einen Motor in eine Straßenbahn, etwas später konstruierte er auch einen Lastkraftwagen. Der Einbau seines Motors in eine Gasballongondel, führte außerdem zu einem der ersten Luftschiffe.

Daimler-Motoren-Gesellschaft

Trotz der vielfältigen Ausrüstung von Transportmitteln mit den in Daimlers Werkstatt entwickelten und verbesserten Motoren, geriet das Unternehmen aufgrund schlechter Verkaufszahlen in finanzielle Krise. Als Sanierungsmaßnahme gründete Daimler zusammen mit Maybach die Daimler-Motoren-Gesellschaft, in der neben den beiden noch die zwei Industriellen Max Duttenhofer und Wilhelm Lorenz Beteiligungen innehatten.

Nach einem Streit mit Wilhelm Lorenz verließ Daimler das Unternehmen, trat aber 1894/95 wieder ein. Im Jahr 1899 bauten Daimler und Maybach einen Rennwagen, der nach der Tochter eines Bekannten benannt und auf den Namen "Mercedes" getauft wurde.

Daimler-Benz AG

Gottlieb Daimler verstarb am 6. März 1900 in Cannstatt. Seine Familie erbte etwa ein Viertel des Aktienkapitals der Daimler-Motoren-Gesellschaft. Kurze Zeit später verlor sie jegliche Führungsgewalt und wurde nach einer Kapitalerhöhung zum Kleinaktionär. 26 Jahre nach seinem Tod wurde aus der Daimler-Motoren-Gesellschaft und der von Carl Benz gegründeten Benz & Cie. die Daimler-Benz AG.

Obwohl Gottlieb Daimler und Carl Benz sich zu Lebzeiten nie begegneten, wurde die Vereinigung Ihrer Vermächtnisse zu einem der bedeutendsten Automobilwerke weltweit. Die Meinung der beiden über die Zukunft des Automobils war ähnlicher Natur:

Gottlieb Daimler: "Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten - allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren." 

Carl Benz: „Aufgrund der beschränkten Verfügbarkeit von Chauffeuren wird es niemals mehr als 5000 Automobile geben.“

- hinsichtlich der heutigen Zahl an Automobilen aber gewiss keine Prophezeiung.

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