Hugo Junkers

“Unsere Ziele sind höher gesteckt, nämlich das Flugzeug zu benutzen, um die Menschen und die Nationen einander näher zu bringen.“ Hugo Junkers




Hugo Junkers wurde am 3. Februar des Jahres 1859 in Rheydt, Mönchengladbach, geboren. Als talentierter Ingenieur und Unternehmer forschte und arbeitete er auf dem Gebiet der Thermo-, Aero- und Elektrodynamik. Seine Leidenschaft galt dem Flugzeugbau und der Metallarchitektur. Mit seinen Konstruktionen und Leistungen wie dem Bau des ersten Ganzmetallflugzeuges machte er sich einen Namen.

Eine der größten Luftfahrtgesellschaften der heutigen Zeit, die Lufthansa, entstand aus dem Zusammenschluss der von Hugo Junkers gegründeten ´Junkers Luftverkehr AG` und der ´Deutschen Aero Lloyd`.

Forschung und erste Entwicklungen

Nach einem abgeschlossenen Studium im Maschinenbau sammelte Junkers zunächst einige Praxiserfahrungen in verschiedenen Firmen und dem väterlichen Unternehmen, bevor er wieder zur Hochschulausbildung zurückkehrte. An der Technischen Hochschule Charlottenburg hörte er Vorlesungen zur Elektro- und Thermodynamik und führte im Elektrotechnischen Labor Experimente durch.

Als Anknüpfung an die erworbenen Kenntnisse bekam er 1888 eine Anstellung bei der Deutschen Continental Gasgesellschaft, die, in der Stromproduktion tätig, an der Entwicklung von Motoren arbeitete. Hier entwickelte Junkers zusammen mit dem Technischen Direktor des Unternehmens neue Motoren. Als Krönung dieser Arbeiten gelang den beiden die Entwicklung des ersten Zweitakt-Gegenkolben-Gasmotors.

Da für den optimalen Betrieb der Motoren die Messung und Untersuchung der Gastemperatur wichtig war, entwickelte Junkers während dieser Arbeiten ein Kalorimeter, zur Messung des Temperaturunterschiedes. Basierend auf dem Kalorimeter konstruierte Junkers seinen ersten Gasbadeofen und entwarf als Weiterentwicklung von diesem einen Durchlauferhitzer.

Für seine Entwicklungen meldete Junkers Patente an. Um diese wirtschaftlich nutzen zu können, gründete er zusammen mit Paul Ludwig die Junkers & Co., in der seine patentierten Geräte produziert wurden. Etwa 37 Jahre nach der Gründung des Unternehmens wird die Junkers & Co. nach finanziellen Schwierigkeiten von der Robert Bosch GmbH aufgekauft.

Im Jahr 1897 widmete sich Junkers wieder mehr der Forschung zu. Er nahm eine Professur für Thermodynamik an der Technischen Hochschule Aachen an und gründete die Versuchsanstalt Professor Junkers, die er über sein Unternehmen Junkers & Co.finanzierte. In dieser Zeit beschäftigte sich Hugo Junkers wieder mit dem Bau von Motoren und meldete Zeit mehrere Patente an.

Entdeckte Leidenschaft für Flugzeugbau

Im Jahr 1908 wurde Junkers Interesse schließlich auf die Aerodynamik gelenkt, von nun an galt sein Hauptaugenmerk dem Flugzeugbau. Auf Junkers Anlass hin wurde in Aachen ein Windkanal gebaut, zur Untersuchung von aerodynamischen Eigenschaften von Flügeln und Flugzeugen.

Im Jahr 1915 konstruierte Hugo Junkers das erste Ganzmetallflugzeug, die J 1. Einige der Höhepunkte seiner Leistungen in der Konstruktion von Flugzeugen für Langstreckenflüge sind die Flugzeugmodelle Junkers F 13, die Junkers G 38 und die Junkers Ju 52/3m. Die Produktionsstätte seiner Modelle war die Junkers Flugzeugwerke AG.

Enteignung und Verlust aller Patente

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges lehnte Junkers den Bau von Flugzeugen zur militärischen Zwecken ab und beabsichtigte nur den Bau von zivilen Verkehrsflugzeugen.

Weil er sich weigerte für kriegerische Absichten Flugobjekte zu bauen, wurde er 1933 vom Deutschen Reich vollständig enteignet. Alle bis dahin erworbenen Patente wurden ihm entzogen, jeglicher Kontakt zu seinen Mitarbeiter untersagt.

Die im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Flugzeugtypen, wie die Ju 87, entstanden ohne das Mitwirken von Hugo Junkers. Die Bauweise von diesen wies keine Ähnlichkeiten mehr mit den Flugzeugmodellen von Hugo Junkers auf.

Nach seinem Rückzug aus der Flugzeugbaubranche, widmete sich Hugo Junkers der Metallarchitektur. Bis zu seinem Tod beschäftigte er sich mit dem Metallbau und theoretischen Überlegungen zur Architektur aus Metall. Hugo Junkers verstarb am 03. Februar des Jahres 1935, an seinem 76. Geburtstag.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die enteigneten Junkers Werke zu dem größten Produzenten militärischer Flugzeuge. Hugo Junkers hätte dies wohl zutiefst bedauert, denn seine Absicht und sein Ziel war es „das Flugzeug zu benutzen, um die Menschen und die Nationen einander näher zu bringen.“

Bild: Bundesarchiv, Bild 146-2005-0007 / CC-BY-SA

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