Werner von Siemens

„Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu rennen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.“ Werner von Siemens




Werner von Siemens wurde am 13. Dezember 1816 in Lenthe bei Hannover geboren. Er wurde ein Forscher auf dem Gebiet der Elektrotechnik und ein erfolgreicher Ingenieurunternehmer, der auch sozial und gesellschaftspolitisch sehr engagiert war. 

Werner von Siemens wurde als viertes von insgesamt vierzehn Kindern geboren. Die schwierige finanzielle Situation seines Elternhauses konnte eine gute schulische Ausbildung der Kinder nicht gewährleisten. Werner von Siemens verließ das Gymnasium ohne einen Abschluss und trat in die preußische Armee ein, mit der Hoffnung sich so eine ingenieurwissenschaftliche Ausbildung zu ermöglichen. Von 1835 bis 1838 erhielt er eine Ausbildung auf naturwissenschaftlichen Gebieten an der Artillerie- und Ingenieurschule in Berlin und schloss diese als Artillerie-Leutnant ab.

Unternehmungen und Karriere

Das Fundament für seine spätere berufliche Karriere als Ingenieurunternehmer legte Werner von Siemens im Jahr 1847 mit der Konstruktion eines elektrischen Zeigertelegrafen. Im selben Jahr gründete er zusammen mit dem Universitätsmechaniker Johann Georg Halske die „Telegraphenbau-Anstalt von Siemens & Halske“, blieb jedoch bis 1849 hauptberuflich Offizier.
Mit mutigen und vorausschauenden Unternehmungen entwickelte sich die Elektrofirma im Laufe der Zeit zu einer der weltweit Führenden. 1848 erhielt Siemens & Halske ihren bis dahin größten und bedeutendsten Auftrag, den Bau einer über 500 km langen Telegrafenleitung von Berlin nach Frankfurt am Main. Der staatliche Großauftrag erhöhte das Ansehen der Firma und die Nachfrage.
Da sich aber die Zusammenarbeit mit der preußischen Telegrafenverwaltung mit der Zeit verschlechterte und die Aufträge von dieser ausblieben, geriet Siemens & Halske kurzfristig in eine Krise. Der Aufschwung gelang wieder durch Erschließung neuer, ausländischer Märkte.
1851 bekam Siemens & Halske einen Auftrag aus Russland zu Errichtung einer Telegrafenverbindung von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Werner von Siemens beauftragte seinen jüngeren Bruder, Carl Siemens, den Bau zu überwachen. Die russischen Geschäfte erwiesen sich als eine wichtige Stütze und führten schließlich sogar zu einer Zweigniederlassung in Russland.
Ebenso gelang auch der Durchbruch in England, mit dem Auftrag zum Bau und Verlegung telegrafischer Seekabel, für den sein anderer Bruder, Wilhelm Siemens, Verantwortung übernahm.

Engagement und Leistungen

Werner von Siemens verzeichnete nicht nur als Unternehmer große Erfolge, sondern auch als Forscher. 1866 erarbeitete er mithilfe der Arbeiten von Faraday das dynamoelektrische Prinzip.
Mit zahlreichen technischen Innovationen und neuen Anwendungen prägte er das Gebiet der Elektrotechnik, so zum Beispiel im Jahr 1879 mit der ersten elektrischen Eisenbahn und 1881 mit der ersten elektrischen Straßenbahn. 1880 führte er der Öffentlichkeit den ersten elektrischen Aufzug in Mannheim vor.

Mit mehreren sozialpolitischen Maßnahmen, die Werner von Siemens innerhalb seines Unternehmens einführte, bewies er sein Bemühen um die soziale Sicherheit und Loyalität seiner Mitarbeiter. 1866 führte er die so genannte Inventurprämie ein, die als Vorläufer der heutigen Beteiligung der Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens gilt. Lange Zeit bevor die Alters- und Hinterbliebenenversorgung vom Gesetzgeber geregelt wurde, führte Werner von Siemens 1872 eine betriebliche Altersversorgung ein, in Form einer Pensions-, Witwen- und Waisenkasse.

Er war Abgeordneter im Preußischen Landtag, außerdem Mitglied des Reichspatentamtes sowie der Preußischen Akademie der Wissenschaft. Für seine Verdienste und Leistungen wurde er mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Berlin. Im Jahr 1888 wurde Werner von Siemens in den Adelsstand erhoben.

1890 trat Werner von Siemens als Unternehmer zurück, behielt jedoch einen entscheidenden Einfluss. Er starb am 6. Dezember des Jahres 1892 in Berlin, sieben Tage vor seinem 76. Geburtstag.

Bildquelle: http://www.zeno.org– Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

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