Carl Benz

„Aufgrund der beschränkten Verfügbarkeit von Chauffeuren wird es niemals mehr als 5000 Automobile geben.“ Carl Friedrich Benz





Carl Benz wurde am 25. November des Jahres 1844 in Karlsruhe geboren. Er wurde der Erfinder des ersten patentierten modernen Automobils und ein Pionier der Automobilindustrie.

An seinen Verdiensten und Leistungen war auch seine Frau, Bertha Benz (geb. Ringer) maßgeblich beteiligt. Als ein treuer und begeisterter Freund seiner Visionen motivierte und ermutigte sie ihn nicht nur bei seinen Plänen und Ideen, sondern unterstützte ihn auch finanziell.

Die Laufbahn von Carl Benz begann im Jahr 1871 mit der Gründung einer „Eisengießerei und mechanische Werkstätte“, finanziert von Bertha Ringer. Die teuren Entwicklungsarbeiten belasteten das junge Unternehmen sehr stark. Um neue Absatzmöglichkeiten zu sichern, beschäftigte sich daher Carl Benz mit der Entwicklung des Zweitaktmotors und bekam dafür mehrere grundlegende Patente. 1882 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und in „Gasmotoren-Fabrik Mannheim“ umbenannt.  Als Benz in dem Aufsichtsrat der AG seine Ideen und Absichten nicht mehr durchsetzen konnte, gab er das Unternehmen auf.

Bereits im gleichen Jahr gründete er die „Benz & Co. Rheinische Gasmotorenfabrik“ und beschäftigte sich mit der Konstruktion eines Fahrzeugs mit eingebautem Viertakt-Benzinmotor.

Das erste Automobil der Welt und die erste Fernfahrt

In einer Zeit, in der die Menschen sich vor einer technischen Revolution ängstigten und die Vorstellung von Fahrzeugen ohne Zugtiere undenkbar war, gelang Carl Benz eine Meisterleistung: 1886 präsentierte er den Menschen zum ersten Mal ein Fahrzeug, das nicht von Pferden gezogen werden musste, das erste Automobil der Welt, den Benz Patent-Motorwagen Nummer 1. Dieses Dreirad beinhaltete eine elektrische Zündung, Wasserkühlung, eine Kurbelwelle und hatte eine Leistung von etwa einer Pferdestärke.

Zwischen 1885 und 1887 entstanden drei Modelle des Dreirades. Mit dem dritten Modell wurde schließlich auch die erste Fernfahrt unternommen. Ohne das Wissen von Carl Benz fuhr Bertha Benz mit ihren beiden Söhnen, Eugen und Richard, die 106 km lange Strecke von Mannheim nach Pforzheim. Auf dieser Überlandfahrt musste der Wagen teilweise geschoben werden, weil die Motorleistung für Steigungen zu schwach war. Auch die Bremsklötze waren so ausgenutzt, dass Bertha Benz diese für die Rückfahrt mit Leder beschlagen ließ und so die Bremsbeläge erfand.

Benz: Größte Automobilfabrik

Zwischen 1894 und 1901 baute Benz einen preisgünstigen, leichten Wagen für zwei Personen, den „Velo“, der mit ca. 1200 produzierten Exemplaren als erstes Großserienautomobil gelten kann. Um 1900 entwickelte sich die „Benz & Co. Rheinische Gasmotorenfabrik“ zu der weltweit größten Automobilfabrik und wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 1903 gab Benz seine aktive Tätigkeit in dem Unternehmen auf und trat in den Aufsichtsrat ein.

Etwa drei Jahr später gründete er zusammen mit seinen Söhnen ein neues Unternehmen, sog. „Carl Benz Söhne“, das auf Fahrzeugbau spezialisiert war und bis 1923 ca. 350 Wagen produzierte. Die „Carl Benz Söhne“-Fahrzeuge wurden in England vorwiegend als Taxen eingesetzt. 1912 überließ Carl Benz die Unternehmensführung seinen Söhnen und trat als Unternehmer zurück.

Carl Benz starb im Alter von 85 Jahren, am 04. April 1929, in seinem Haus in Ladenburg. Im Gegensatz zu dem im Jahr 1900 verstorbenen Gottlieb Daimler durfte Carl Benz  noch den Durchbruch seiner Erfindungen in der Automobilindustrie miterleben.

Bildquelle: http://www.zeno.org– Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

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