Benjamin Baker

„Wenn ein Ingenieur in seiner Laufbahn noch keine Fehler gemacht hat, weist das nur auf mangelnde Praxis hin.“ Benjamin Baker




Benjamin Baker wurde am 31. März 1840 in Keyford, England, geboren. Als Bauingenieur und genialer Konstrukteur machte sich Benjamin Baker einen Namen und ging mit Bauprojekten wie der Eisenbahnbrücke Forth Bridge in die Ingenieurgeschichte ein.

Direkt nach dem Schulabschluss, begann Baker im Alter von 16 Jahren eine Lehre in einem Eisenwerk. In vier Jahren Ausbildung erwarb er ein solides Grundwissen und legte damit den Grundstein für seine spätere Karriere als Bauingenieur. Nach seiner Ausbildung arbeitete Baker im Büro von John Fowler, einem bereits etablierten und erfolgreichen Eisenbahningenieur, der von Bakers Talent und Können überzeugt war. Mit dem 23 Jahre älteren John Fowler war Baker nicht nur im Beruf sondern auch privat durch eine lebenslange und treue Freundschaft verbunden. So arbeitete Baker auch in Fowlers Ingenieurbüro und wurde im Jahr 1875 Teilhaber.

Benjamin Bakers Bauprojekte

Benjamin Baker beteiligte sich an vielen aufregenden Bauprojekten des 19. Jahrhunderts. So konstruierte Baker speziell für den Transport des ca. 22 m hohen und 180 Tonnen schweren ägyptischen Obelisken, die Nadel der Kleopatra, ein spezielles antriebsloses Schiff. Als Geschenk der ägyptischen Regierung, sollte der Steinpfeiler von Alexandria sicher nach London gebracht werden, wo er schließlich am Ufer der Themse aufgestellt werden sollte.

Eines seiner größten Erfolge und Meisterleistungen war die Konstruktion der Eisenbahnbrücke, Forth Bridge, an der er zusammen mit seinem Kollegen und Freund, John Fowler, arbeitete. Die Bauarbeiten und die Fertigstellung der Forth Bridge waren sehr mühselig und langwierig. Bei den gefährlichen Arbeiten in der Höhe riskierten die Bauarbeiter ihr Leben, einige starben bei schweren Arbeitsunfällen. Als die Forth Bridge im Jahr 1890 fertiggestellt wurde, begeisterte sie mit ihrer stabilen Konstruktion die ganze Welt und galt zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung weltweit als die Brücke mit der größten Spannweite. Bei der zeremoniellen Eröffnung der Forth Bridge nahm unter anderen auch Gustave Eiffel teil.

Baker beteiligte sich an mehreren Brückenbauprojekten, Sanierungs- und Sicherungsarbeiten von Brücken sowie dem Bau der städtischen Eisenbahnlinie in London und New York und dem Bau des U-Bahn-Netzes, der London Underground. Sein enormes Fachwissen und Können zeigte Benjamin Baker auch in seiner Tätigkeit als Gutachter und beratender Ingenieur.

Bakers Studienarbeiten

Neben seinen Bauprojekten widmete sich Baker auch Studienarbeiten und verfasste zahlreiche wissenschaftliche Schriften, die vor allen im Engineering Magazine veröffentlicht wurden. Seine Aufsätze beschäftigen sich mit dem Brückenbau, aber auch mit Fragen des Erddrucks und der Festigkeit vom Mauerwerk und genossen oft eine so hohe Resonanz, dass sie in andere Sprachen übersetzt und mehrfach gedruckt wurden.

Für seine Verdienste und Leistungen wurde Baker mehrfach geehrt und ausgezeichnet. 1902 erhielt Baker den britischen Verdienstorden, Order of the Bath, und wurde damit in den persönlichen Adelsstand erhoben.

Benjamin Baker starb mit nur 67 Jahren am 19. Mai 1907 in Pangbourne. Die meisten seiner Projekte und Bauten erlangten nicht nur Bewunderung, sondern trugen auch dazu bei die Mobilität und Transportmöglichkeiten der Menschen zu verbessern. Mit seinem Fach- und Praxiswissen und seiner Treue fürs Detail bewies Baker höchste Ingenieurskunst.

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