Sergej Pawlowitsch Koroljow

„Je einfacher eine Konstruktion ist, desto genialer ist sie. Kompliziert bauen kann jeder.“ Sergej Pawlowitsch Koroljow




Sergej Pawlowitsch Koroljow wurde am 12. Januar 1907 in Schytomyr, der heutigen Ukraine, geboren. Er wurde zu einem der größten Weltraumpioniere unserer Zeit, Raketenkonstrukteur, Wissenschaftler und Ingenieur im Flugzeugbau.

Sergej P. Koroljow nahm eine herausragende Bedeutung in der Geschichte der Raumfahrt ein, besonders in der sowjetischen. Seine genialen Konstruktionen und Arbeiten waren bedeutend für die Entwicklung und Fortschritte in der Raketentechnik und der Raumfahrt.

Sergej Koroljow in jungen Jahren

In jungen Jahren erlernte Koroljow zuerst den Beruf des Maurers und Dachdeckers, entdeckte aber schon früh seine Leidenschaft für die Luftraumtechnik. Neben seinem erlernten Beruf arbeitete er in einem Segelflugzeugclub und entwickelte bereits mit 17 Jahren sein erstes Segelflugzeug. 1925 nahm er das Ingenieurstudium am Polytechnischen Institut Kiew auf und widmete weiterhin seine Freizeit dem Segelfliegen und der Konstruktion weiterer Segelflugzeuge. Nach dem Studiumortswechsel an die Moskauer Technische Hochschule MWTU schloss er 1930 sein Studium als Ingenieur für Flugzeugbau ab.

Schon mit dem Abschluss seines Studiums war Koroljow bereits ein bekannter Konstrukteur. In seiner Diplomarbeit entwarf und baute er unter Anleitung des berühmten russischen Flugzeugkonstrukteurs, Andrei N. Tupolew, sein erstes Motorflugzeug, SK-4. In den 1930er Jahren wurde er schließlich zu einem der führenden Köpfe in der früheren sowjetischen Raketenforschung und leistete einen großen Beitrag zum Bau der ersten sowjetischen Hybridraketen GIRD-09 und GIRD-X.

Das schwere Schicksal Sergej Koroljows

Am 27. Juni 1938 wurde Koroljow beschuldigt mit seinen Arbeiten ein Attentat planen zu wollen. Basierend auf einer falschen Anklage wurde er zu 10 Jahren Arbeitslager verurteilt. Es folgte wohl die schwerste und leidvollste Zeit seines Lebens, von der er die ersten 5 Monate in einem Arbeitslager und die darauffolgenden in einem Speziallager für Wissenschaftler verbrachte.

Andrei N. Tupolew, den Koroljow schon seit seinem Studium in Moskau kannte, setzte sich schließlich für seine Freilassung ein. Im Juni 1944 wurde Koroljow freigelassen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete er in einem sowjetischen Raketenprogramm als Chefkonstrukteur.

Koroljow nach der Freilassung

Im Jahr 1945 kam Koroljow nach Deutschland, in das sowjetische Hauptquartier nach Berlin, um das deutsche Raketenprogramm zu erforschen. Mit seinem erweiterten Wissen und mit deutschen Raketenkonstrukteuren, die sich nicht nach Amerika abgesetzt haben, fuhr Koroljow bereits im nächsten Jahr in die Sowjetunion zurück. Seine Arbeiten setzte er nun in Kooperation mit deutschen Konstrukteuren fort.

Zu den großen Errungenschaften von Sergej P. Koroljow gehören die Entwicklung und Fertigstellung der weltweit ersten Interkontinentalrakete, R-7 sowie des ersten künstlichen Erdsatelliten, Sputnik-1, im Jahr 1957, der auch die Ära der Raumfahrt einläutete. Bis heute ist die R-7 die am meisten zum Einsatz kommende Trägerrakete. 1961 entwickelte Koroljow das Raumschiff Wostok und realisierte damit den ersten Weltraumflug eines Menschen, bei dem der Kosmonaut Juri Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch die Erde umkreiste.

Für seine herausragenden Leistungen und Verdienste wurde Sergej P. Koroljow in der Sowjetunion mehrfach ausgezeichnet und geehrt.

Nach 1960 verschlechterte sich sein gesundheitliche Zustand immer zunehmender. Die Folgen seiner Gefangenschaft in den Arbeitslagern wurden deutlicher und schwächten ihn zusätzlich. Koroljow erkrankte an Krebs und starb am 14. Januar 1966 an Herzversagen während einer Operation in Moskau, zwei Tage nach seinem 59. Geburtstag. Seine Urne wurde auf dem Ehrenfriedhof, der Nekropole an der Kremlmauer, beigesetzt. Koroljows früher Tod hinterließ eine Lücke. Seine Arbeiten an der Mondrakete N-1 konnten nur erfolglos weiter fortgesetzt werden.

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