Thomas Alva Edison

„Erfahrung nennt man die Summe aller unserer Irrtümer.“ Thomas Alva Edison



Thomas Alva Edison wurde am 11. Februar 1847 in Ohio geboren. Als Forscher, Erfinder und sehr geschäftstüchtiger Unternehmer prägte er das Gebiet der Elektro- und Verfahrenstechnik. Mit seinen Entwicklungen und Erfindungen beeinflusste Edison auch den technischen und kulturellen Sektor. Seine erfolgreichen Unternehmensgründungen und mehr als 1000 patentierten Erfindungen sicherten Edison eine hohe und einzigartige Position in der Unternehmerwelt.


In jungen Jahren bekam Edison eine Ausbildung in Telegrafentechnik und eine Anstellung als Telegrafist. Durch seine Tätigkeit und vor allem durch Selbstdidaktik erwarb er ein tiefes Verständnis und Wissen in diesem Bereich. So begann er ab 1868 sich mit der Konstruktion eigener Telegrafen und Geräte zu beschäftigen und knüpfte wichtige Kontakte zu Konstrukteuren, Herstellern und Investoren. Edisons erste patentierbare Erfindung war ein elektrischer Stimmenzähler im Jahr 1868. Weil aber die Nachfrage für den Stimmenzähler fehlte, kam er nie zum Einsatz. Aus dieser Erfahrung zog Edison bereits früh eine wichtige Lehre für seine spätere berufliche Laufbahn, nämlich dass der kommerzielle Erfolg einer Erfindung nicht nur von ihrem Wert, sondern auch von ihrem Vertrieb und ihrer Vermarktung abhängt.

Edisons wichtige Kontakte

Entscheidend für Edisons späteren Erfolg und Aufstieg waren auch wichtige Kontakte und Beziehungen zu einflussreichen Menschen. So lernte Edison, als 1869 nach New York kam, den sieben Jahre älteren Franklin Leonard Pope kennen, einen gebildeten und bereits erfahrenen Erfinder, Fachautor und Elektroingenieur. Durch ihn bekam Edison nicht nur eine Anstellung in der Gold&Stock Telegraph Company, in der er für die gesamte Telegrafentechnikabteilung die Verantwortung übernahm, sondern auch ein Netzwerk an Beziehungen zu Zeitungen, Patentanwälten und Technologieunternehmen. Im selben Jahr gründete Pope das Unternehmen Pope, Edison & Co., das auf Entwicklung verbesserter Telegrafen spezialisiert war. Edison und James Ashley, ein Herausgeber einer Fachzeitschrift, wurden Teilhaber. Doch schon Ende des darauf folgenden Jahres wurde das Unternehmen aufgelöst. Zwischen Pope und Edison kam es zum Zerwürfnis.

Thomas Alva Edison: Eigene Unternehmungen

1870 gründete Edison seine erste Werkstatt für Entwicklung und Fertigung von Telegrafen, zwei Jahre später folgte die zweite. Trotz des Erfolges und einer hohen Jahresproduktion, konnte sich seine finanzielle Situation nicht langfristig stabilisieren. So baute Edison, motiviert durch die Telegrafentechnik, ein Forschungslabor auf und konzentrierte sich hauptsächlich auf Forschung und Entwicklung. Indem Edison seine Erfindungen patentieren und vermarkten ließ, sicherte er sich nicht nur einen Namen als Erfinder, sondern auch einen finanziellen Spielraum für seine geplanten Projekte. Durch öffentliche Vorführungen und Präsentationen seiner Entwicklungsarbeiten genoss Edison in der Öffentlichkeit als Erfinder und Unternehmer hohes Ansehen. 1877 begann Edison mit der Entwicklung eines Phonographen, für das er 1878 Patent anmeldete. Edison entwickelte diesen weiter und erfand auch das erste Diktiergerät.

Im Jahr 1878 gründete Edison die Edison Electric Light Co., die berechtigt war die Patente, die in seinem Labor erarbeitet wurden, wirtschaftlich zu nutzen. Umgekehrt wurde das Forschungslabor mit den Gewinneinnahmen des Unternehmens finanziert. Die Edison Electric Light Co. wurde zu einem Großunternehmen, mit Standpunkten und Kooperationspartnern auch im Ausland.

Die elektrische Glühlampe und der Stromkrieg

So wie viele andere, beschäftigte sich auch Edison mit der Entwicklung elektrischer Glühlampen. Die Absicht war die Funktionalität und Effektivität der Glühlampen so zu optimieren, dass diese die noch dominierenden Gaslampen ersetzen würden. 1879 hatte Edison erste Erfolge in seiner praktischen Umsetzung und präsentierte es der Öffentlichkeit, gleichzeitig meldete er für seine Glühlampe Patent an. Als nächstes konzentrierte sich Edison auf die Massenproduktion von Glühbirnen. Er gründete hierfür eine Lampenfabrik, in der durch einen exakt aufeinander abgestimmten Fertigungsprozess die Massenproduktion ermöglicht wurde.

Edison arbeitete an Stromzählern, Schaltern, Kabeln, elektrischen Sicherungen, richtete Beleuchtungssysteme ein und verbesserte Dampfmaschinendynamos. Er beschäftigte sich mit Elektrifizierung und gründete auch für diese Projekte Gesellschaften. In den 1880er Jahren brach zwischen Edison und seinen beiden Konkurrenten Nikolas Tesla und George Westinghouse ein großer Streit, sog. „Stromkrieg“ aus. Während Edison für die Elektrifizierung das Gleichstromsystem bevorzugte, wollten Tesla und Westinghouse hierfür Wechselstrom verwenden. Um diesen Streit für sich zu gewinnen und der Öffentlichkeit vorzuführen, wie gefährlich Wechselstrom sei, führte Edison an Tieren Versuche durch, die dabei qualvoll verendeten. Am Ende setzte sich Westinghouse mit dem Wechselstromsystem aufgrund technischer Vorteile durch. Edisons Tierversuche führten schließlich dazu, dass er von der Regierung den Auftrag bekam, einen elektrischen Stuhl zu entwickeln, für den er ebenfalls Patent anmeldete.

Edisons Ausstieg und neue Projekte

Da es immer schwieriger wurde die zahlreichen Gesellschaften zu leiten, beschloss Edison diese zu der Edison General Electric Co. zusammenzuschließen. Für diesen Fusionsprozess benötigte er viel Kapital, der von Fremdinvestoren kam. Folglich wurde Edison in der Edison General Electric Co. zum Aktionär ohne einen einflussreichen oder kontrollierenden Anteil.

Durch zahlreiche Fehlentscheidungen und Patentrechtsstreite geriet das Unternehmen in eine finanzielle Krise. 1892 fusionierte die Edison General Electric Co.mit der Thomson-Houston-Co., die Rechte an Wechselspannungspatenten und auch Erfahrung in diesem Gebiet hatte. Edison verlor noch mehr an Kontrolle und Einfluss und begann sich von dem Unternehmen zu distanzieren. 1894 und 1895 verkaufte er seine Anteile und investierte in neue Entwicklungen und Projekte in anderen Branchen.

Große finanzielle Erfolge zeichneten sich für Edison auch im Filmgeschäft aus, in dem er bis 1918 tätig war. So entwickelte er eine der ersten Filmkameras, einen Projektionsapparaten und führte den 35-mm-Film ein, der sich auch zum Standard durchsetzte. 1893 wurde in Edisons Laboratorium in West Orange das erste kommerzielle Filmstudio der Welt, die Black Maria, errichtet. 1895 gründete er mit Ludwig Stollwerk die Deutsche Edison Phonograph Gesellschaft in Köln.

Edisons weiteres erfolgreiches Engagement zeigte sich in der Zementproduktion, in den 1920er Jahren stieg die Edison Portland Cement Co. zu dem größten Zementproduzenten der USA auf.

Edison wurde oft verdächtigt Urheberrechte verstoßen zu haben. Als Unternehmer galt er nicht nur als sehr geschäftstüchtig und produktiv, sondern auch skrupellos und sehr erfolgsorientiert. Er starb mit 84 Jahren, am 18. Oktober 1931, in New Jersey. Im Laufe seines Lebens meldete Edison für mehr als 1000 Erfindungen Patente an. Allein anhand dieses Merkmals kann Edison wohl als der erfolgreichste amerikanischer Erfinder-Unternehmer angesehen werden. So wurde auch der Erfinderfeiertag in den USA auf den 11. Februar angesetzt, an Edisons Geburtstag.


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Bildquelle: http://www.lib.utexas.edu/exhibits/portraits/ - Courtesy of the University of Texas Libraries, The University of Texas at Austin